Harnsäure im Urin, Harnsäure im Blut
Harnsäure ist das Endprodukt des Stoffwechsels stickstoffhaltiger Basen, die Bestandteile der DNA sind und in Lebensmitteln vorkommen.
Die Menge an Harnsäure im Blut und im Urin hängt davon ab, wie schnell sie gebildet und aus dem Körper ausgeschieden wird. Ihre Konzentration im Körper ist vor allem für die Diagnose von Gicht und Nierenerkrankungen von Bedeutung. Bis zu 75% der gesamten im menschlichen Körper enthaltenen Harnsäure werden mit dem Urin ausgeschieden. Der Rest wird im Verdauungstrakt durch Darmbakterien abgebaut. Harnsäure ist in Wasser nahezu unlöslich und kann sich in einem sauren Milieu ablagern. Dabei können Harnsäuresteine in den Nieren oder Gichtknoten an den Gelenken entstehen, die Gicht verursachen. Diese Knoten können sogar die Größe eines Hühnereis erreichen. Bei Gicht kann sich Harnsäure in Form von Kristallen in den Gelenken ablagern. Sobald dieser Prozess eingesetzt hat, finden sich die Ablagerungen am häufigsten im Bereich der Hand- und Fußgelenke und sogar an den Ohrmuscheln. Es kann vorkommen, dass aus ihnen eine dickflüssige weiße Substanz austritt, dies ist jedoch nicht die Regel. Manchmal entstehen sie in inneren Organen, wo sie mit zunehmender Größe auf umliegende Nerven drücken können.
Gelangt Harnsäure in ein alkalisches Milieu, wandelt sie sich in leicht lösliche Urate um.
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Der Referenzbereich für Harnsäure im Blut beträgt 0,15-0,45 mmol/l (2,5-8,0 mg/dl),
während die Harnsäurekonzentration in einer Urinprobe niedriger als 4,8 mmol/l sein sollte.
Eine übermäßige Erhöhung der Harnsäurekonzentration (Hyperurikämie) kann primär oder sekundär bedingt sein.
- Eine primäre Hyperurikämie entsteht durch angeborene Stoffwechseldefekte, z. B. das Lesch-Nyhan-Syndrom (etwa 1 Prozent der Fälle), oder durch Störungen der Sekretion in den Nierenkanälchen (99 Prozent der Fälle).
- Ursachen einer sekundären Hyperurikämie können sein:
- eine eiweißreiche Ernährung, die viele Purine enthält
- Gicht
- Psoriasis
- Sauerstoffmangel im Gewebe
- ausgedehnte Gewebeschäden, z. B. infolge eines Unfalls oder bei Krebserkrankungen – massiver Zellzerfall während einer Chemotherapie
- Niereninsuffizienz
- Bleivergiftung
- bestimmte Medikamente
Eine erniedrigte Harnsäurekonzentration wird als Hypourikämie bezeichnet.
Sie kann auf Stoffwechselstörungen hinweisen und tritt beispielsweise auf:
- bei Xanthinurie (einer seltenen genetischen Störung, deren Behandlung darin besteht, viel Flüssigkeit zu trinken und purinreiche Lebensmittel zu meiden)
- infolge einer erhöhten renalen Ausscheidung, z. B. bei SIADH, dem Schwartz-Bartter-Syndrom (Syndrom der inadäquaten Freisetzung von Vasopressin, einem Hormon, das die Urinausscheidung hemmt).
- Sie kann auch auf einer Kombination dieser beiden Zustände beruhen.
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Aufgrund der Mechanismen, die zu einer erhöhten Harnsäurekonzentration im Blut führen, und der möglichen Folgen sind die wichtigsten Gründe für die Untersuchung:
- Diagnose von Gicht – Gicht ist eine der möglichen Ursachen für Gelenkentzündungen. Am häufigsten ist das Großzehengrundgelenk betroffen. Ein akuter Gichtanfall äußert sich durch starke Gelenkschmerzen, Rötung und Druckempfindlichkeit und hängt mit der Ausfällung von Harnsäurekristallen im betroffenen Gelenk zusammen;
- Überwachung der Behandlung bei Gicht – eines der wichtigsten Behandlungsziele bei Gicht ist die Senkung der Harnsäurekonzentration, um die Ausfällung von Kristallen in den Gelenken zu verhindern;
- Überwachung der Chemo- und Strahlentherapie bei Krebserkrankungen – die Behandlung von Krebserkrankungen mit Chemo- und Strahlentherapie geht mit einem verstärkten Zerfall von Tumorzellen einher. Dabei werden unter anderem Purinverbindungen freigesetzt, die in Harnsäure umgewandelt werden. Die Bildung von Harnsäuresteinen in den Nieren kann zu einer Nierenkolik und sogar zu Nierenversagen führen. Um diese Komplikationen zu vermeiden, muss die Uratkonzentration im Blut sorgfältig überwacht werden;
- Diagnose von Harnsteinen – Harnsteine können unter anderem durch die Ausscheidung einer erhöhten Harnsäuremenge entstehen. Die Bestimmung der Harnsäurekonzentration im Urin bei Symptomen einer Nierenkolik kann dabei helfen, die Art der Harnsteine zu bestimmen. Zu den Symptomen einer Nierenkolik gehören starke Flankenschmerzen, die in den Unterbauch und die Leiste ausstrahlen, häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen und Fieber; gelegentlich tritt auch Blut im Urin auf.
Vorbereitung auf die Untersuchung:
Die Bestimmung der Harnsäurekonzentration ermöglicht bei Verdacht auf Gicht oder Nierensteine eine Beurteilung der Nierenfunktion. Die Messung der Harnsäurekonzentration im Blut dient auch der Überwachung der Behandlung. Zur Blutentnahme für die Bestimmung der Harnsäurekonzentration sollten Sie während der Öffnungszeiten des Labors nüchtern erscheinen.
Die Bestimmung der Harnsäurekonzentration im Urin erfordert eine längere Vorbereitung, wird aber auch seltener eingesetzt – hauptsächlich zur Feststellung, welche Art von Steinen sich in den Nieren gebildet hat. Für die Harnsäurebestimmung im Urin ist eine Sammlung des Urins über einen ganzen Tag erforderlich. Dazu muss der gesamte Urin während dieses Zeitraums in einem einzigen, speziell dafür vorgesehenen Behälter gesammelt werden (am besten mit einem Fassungsvermögen von mindestens 2 Litern). Am Tag der Sammlung wird der erste Morgenurin in die Toilette abgegeben, jede weitere Urinportion dagegen in den Behälter (einschließlich des ersten Morgenurins am folgenden Tag). Nach Abschluss der Sammlung müssen Sie den gesammelten Urin gründlich mischen, sein Volumen messen und etwa 100 ml davon in einen kleineren Behälter abfüllen (z. B. in einen in jeder Apotheke erhältlichen Standardbehälter für Urinuntersuchungen). Beschriften Sie die Probe und bringen Sie sie so schnell wie möglich ins Labor.
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* Bei Ergebnissen außerhalb des Referenzbereichs empfehlen wir eine ärztliche Beratung. Der Befund wird auf Polnisch ausgestellt.
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