Kreatinin-Bluttest, GFR-Bluttest
Kreatinin ist eine Substanz, die beim Stoffwechsel entsteht, vor allem in der Skelettmuskulatur. Seine Konzentration wird im Blut und im Urin bestimmt. Das im Blutkreislauf befindliche Kreatinin muss über die Nieren ausgeschieden werden.
Die Bildung von Kreatinin hängt von der Muskelmasse und vom Alter ab. Bei normaler Nierenfunktion wird Kreatinin fast vollständig durch die Nierenkörperchen (Glomeruli) filtriert. Die Kreatininkonzentration im Blutplasma ergibt sich aus dem Verhältnis von Bildung und Ausscheidung und hängt unmittelbar von der Muskelmasse und der Ausscheidungsleistung der Nieren ab.
Da Kreatinin über die Nieren ausgeschieden wird (es wird ausschließlich in den Nierenkörperchen filtriert), dient es zur Beurteilung der glomerulären Filtrationsrate (sogenannte GFR), die einer der wichtigsten Kennwerte der Nierenfunktion ist.
Die Normalwerte der Kreatininkonzentration im Blut eines Erwachsenen liegen bei 53–115 µmol/l (0,6–1,3 mg/dl).
Eine erhöhte Kreatininkonzentration im Blutserum (d. h. ein Ergebnis oberhalb der oberen Normgrenze) weist auf eine Verschlechterung der Nierenfunktion hin. Diese Verschlechterung kann akut und vorübergehend sein – dann spricht man von akutem Nierenversagen – oder dauerhaft und meist fortschreitend, wie bei einer chronischen Niereninsuffizienz.
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Eine niedrige Kreatininkonzentration im Blutserum kommt bei Menschen mit Erkrankungen vor, die zu Muskelschwund führen, sowie bei unterernährten oder ausgezehrten Menschen, bei schweren Lebererkrankungen, bei Menschen mit geringer Skelettmuskelmasse (z. B. nach Amputationen von Gliedmaßen) und bei Schwangeren.
Kreatinin im Blut wird bei Patienten mit Nierenerkrankungen bestimmt, um das Ausmaß der Nierenschädigung bei akutem Nierenversagen (polnisch ONN) und chronischer Nierenerkrankung (polnisch PChN) zu beurteilen. Die Bestimmung der Kreatininkonzentration im Blutserum wird auch routinemäßig vor Operationen wie herzchirurgischen, gefäßchirurgischen oder allgemeinchirurgischen Eingriffen durchgeführt.
Eine Kreatininbestimmung ist außerdem vor einer Reihe diagnostischer Untersuchungen angezeigt, bei denen dem Patienten ein Kontrastmittel verabreicht werden muss (ein Kontrastmittel ist eine Substanz, die dem Patienten während der Untersuchung intravenös verabreicht wird, um seine Blutgefäße besser sichtbar zu machen). Zu diesen Untersuchungen gehören:
- Computertomografie mit Kontrastmittel (sogenannte CT-Angiografie),
- Magnetresonanztomografie (englisch Magnetic Resonance Imaging – MRI) mit Kontrastmittelgabe,
- Koronarangiografie – diese Untersuchung wird bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit sowie bei einem Herzinfarkt durchgeführt. Dabei werden die Herzkranzarterien sichtbar gemacht, also die Gefäße, die den Herzmuskel mit Blut versorgen,
- Arteriografie – bei dieser Untersuchung werden durch die Gabe eines Kontrastmittels einzelne Arterien sichtbar gemacht. Je nach Bedarf können Arterien der oberen oder unteren Gliedmaßen, der Nieren oder des Gehirns dargestellt werden.
Auch bei Patienten in einem schweren Gesundheitszustand, beispielsweise bei Leber- und Bauchspeicheldrüseninsuffizienz oder Herzinsuffizienz, ist eine Kreatininbestimmung erforderlich, um eine begleitende Nierenschädigung auszuschließen.
Kreatinin wird auch bei Patienten nach einer Nierentransplantation und bei Menschen bestimmt, die regelmäßig eine Dialyse benötigen, also an ein Gerät angeschlossen werden, das die Funktion der Nieren übernimmt und den Körper von giftigen Substanzen reinigt.
Anhand der Kreatininkonzentration wird ein genauerer Kennwert der Nierenleistung berechnet, die sogenannte GFR.
GFR bezeichnet die glomeruläre Filtrationsrate (glomerular filtration rate).
Die glomeruläre Filtration bezeichnet den Anteil des durch die Nieren fließenden Blutes, der durch alle funktionsfähigen Nierenkörperchen beider Nieren filtriert wird. Normalerweise sind dies etwa 10% des Blutvolumens, das durch die Nieren fließt. In der Praxis wird die GFR als das Blutvolumen angegeben, das innerhalb einer Minute filtriert wird.
Normalerweise sind dies 80–120 ml/min.
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Um den Kennwert genauer anzugeben, wird er auf die Körperoberfläche der untersuchten Person bezogen. Deshalb wird die GFR gewöhnlich in ml/min/1,73 m² angegeben (Milliliter pro Minute pro 1,73 m² Körperoberfläche).
Die GFR dient zur Beurteilung der Nierenfunktion, vor allem bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung und bei Personen mit einem erhöhten Risiko, daran zu erkranken.
Der GFR-Wert wird mit speziellen Formeln berechnet, deren wichtigster Parameter die Kreatininkonzentration im Blutserum ist. Derzeit wird häufig die sogenannte MDRD-Formel verwendet, die neben der Kreatininkonzentration auch Alter, Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit des Patienten berücksichtigt.
Heutzutage geben Labore, die die Kreatininkonzentration im Serum bestimmen, zunehmend auch den GFR-Wert an. Zur Berechnung der GFR verwenden sie die verfügbaren Patientendaten (Geschlecht, Geburtsdatum) und die gemessene Kreatininkonzentration im Serum. Der GFR-Wert wird auf dem Laborbefund zusammen mit der Kreatininkonzentration angegeben.
Zur Bestimmung des Kreatininspiegels im Blut und der glomerulären Filtrationsrate sollten Sie nüchtern erscheinen (mindestens 6–8 Stunden ohne Essen, Wasser ist erlaubt) und in den 24 Stunden zuvor auf übermäßige körperliche Anstrengung verzichten (um das Ergebnis nicht zu verfälschen).
Wenn die Bestimmung des Kreatininspiegels vor diagnostischen Untersuchungen mit Kontrastmittelgabe erfolgt, sollte sie höchstens 7 Tage vor der Untersuchung durchgeführt werden. Es lohnt sich auch, den Kreatininspiegel nach der Kontrastmittelgabe zu kontrollieren, da Kontrastmittel die Nieren stark belasten.
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