Borreliose – Blutuntersuchungen
Immer mehr Menschen, die Kontakt mit einer Zecke hatten, entscheiden sich für Untersuchungen auf Borreliose. Diese Untersuchungen sind äußerst wichtig, da sie eine schnellere Diagnosestellung und damit einen früheren Beginn der Behandlung ermöglichen.
Borreliose – Merkmale und Symptome
Borreliose wird durch Zecken – Spinnentiere, die nicht nur auf Wiesen, Feldern oder in Wäldern, sondern praktisch überall vorkommen – übertragen. Als Larven sind sie so groß wie ein Stecknadelkopf, ausgewachsen dagegen bereits einige Millimeter lang. Ein Zeckenstich ist meist schmerzlos, da die Zecke beim Stechen eine betäubende Substanz absondert. Diese Spinnentiere übertragen etwa 20 verschiedene Krankheiten; etwa 10% der Zecken übertragen Borreliose.
Borreliose (lat. borreliosis, morbus Lyme), auch Lyme-Krankheit genannt, ist eine mehrere Organsysteme betreffende Infektionskrankheit, die alle Organe und Gewebearten des menschlichen Körpers befallen kann. Bei manchen Menschen kann sie mild verlaufen, bei anderen hingegen schwerwiegende, den Körper schwächende Folgen haben. Die Krankheit kann jeden treffen: Frauen, Männer, Kinder und sogar Tiere.
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Symptome der Borreliose
Der Krankheitsverlauf wird in drei Phasen eingeteilt:
– Phase der Hautveränderungen, sogenannte Phase der Wanderröte
– frühes disseminiertes Stadium
– spätes chronisches Stadium
Die frühe Form der Krankheit kann sich ausschließlich auf die Haut beschränken; dann tritt die sogenannte Wanderröte auf. Hat die Zecke am Ohr, an der Brustwarze oder in der Leiste gestochen, kann ein entzündliches Infiltrat (Borrelien-Lymphozytom) auftreten. Sobald die Borrelien ins Blut gelangen, können vielfältige Symptome auftreten.
Zu den Symptomen, die auf eine Borrelieninfektion hinweisen können, gehören unter anderem:
– Wanderröte, die an der Einstichstelle entsteht. Sie zeigt sich als roter oder rosafarbener Fleck beziehungsweise als Knötchen, das sich rasch vergrößert und in der Mitte aufhellt. Meist ist der Rand unregelmäßig. Sie tritt meist 1-3 Wochen nach dem Zeckenstich auf und verschwindet in der Regel von selbst. Bleibt sie jedoch länger als 4 Wochen bestehen, kann dies auf eine Ausbreitung der Borrelien und damit auf den Übergang von einer auf die Haut begrenzten Borreliose in eine frühe disseminierte Borreliose hindeuten. Die Wanderröte kann von grippeähnlichen Symptomen und vergrößerten Lymphknoten begleitet sein,
– Lymphozytäres Infiltrat, auch als Borrelien-Lymphozytom der Haut bezeichnet. Es tritt am häufigsten an der Ohrmuschel, am Hodensack oder an den Brustwarzen auf. Es zeigt sich als schmerzloses, rotes Knötchen,
– Müdigkeit und Schwäche treten bei fast 90% der mit Borrelien infizierten Menschen auf,
– Seh- und Hörstörungen. Mit Borrelien infizierte Patienten klagen über unscharfes Sehen, dunkle Flecken im Gesichtsfeld, Druckgefühl in den Ohren und Ohrgeräusche. Weder augenärztliche noch HNO-ärztliche Untersuchungen bestätigen die geschilderten Veränderungen,
– Wiederkehrende Gelenkentzündungen, die überwiegend 2 Wochen bis 2 Jahre nach den ersten Krankheitssymptomen auftreten. Sie äußern sich durch wiederkehrende Schmerzen und Schwellungen der Gelenke (hauptsächlich Knie-, Ellenbogen- und Sprunggelenke),
– Leichte Entzündungen der Muskeln, Sehnen und Schleimbeutel,
– Anfallsartige Nackenschmerzen ohne erkennbare Ursache,
– Erregungsleitungsstörungen am Herzen,
– Hirnnervenlähmungen,
– Hirnhautentzündung,
– Herzmuskelentzündung,
– Überempfindlichkeit gegenüber Alkohol,
– Haarausfall.
Die Behandlung der Borreliose ist ein langwieriger Prozess, der sowohl vom Patienten als auch vom Arzt großes Engagement erfordert. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht jedoch einen früheren Behandlungsbeginn, was den Krankheitsverlauf in vielen Fällen günstig beeinflusst.
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Diagnostik der Borreliose
Die Diagnose der Krankheit beruht auf der Beurteilung der vom Patienten geschilderten Symptome sowie auf den Ergebnissen von Laboruntersuchungen des Blutes. Die grundlegenden Untersuchungen bei dieser Krankheit weisen nach, ob IgM- und IgG-Antikörper vorhanden sind oder nicht.
IgM-Antikörper geben Hinweise auf eine frische Borrelieninfektion. Sie treten nach dem Kontakt mit dem Bakterium als Erste auf (etwa 3-4 Wochen nach dem Zeckenstich). Die Infektion beginnt meist mit einer Wanderröte und grippeähnlichen Symptomen. Auf das Untersuchungsergebnis wartet der Patient 1 Werktag.
Blutuntersuchung – Borreliose-Antikörper IgM
Eine zweite Untersuchung auf Borreliose ist der Labortest auf IgG-Antikörper. Er gibt Hinweise auf eine in der Vergangenheit durchgemachte Erkrankung. Obwohl IgG-Antikörper bereits 4-6 Wochen nach der Infektion mit dem Bakterium im Körper auftreten, erreichen sie ihre höchste Konzentration erst 4-6 Monate nach der Infektion; diese kann sogar mehrere Jahre bestehen bleiben. Auf das Untersuchungsergebnis wartet man ebenfalls 1 Werktag.
Blutuntersuchung – Borreliose-Antikörper IgG
Weitere Untersuchungen, die Patienten nach einem Zeckenstich durchführen lassen, sind Tests mit der Western-Blot-Methode. Sie dienen dazu, das Vorhandensein von IgM-Antikörpern – WB Borreliose-Antikörper IgM (Western-Blot-Test) oder IgG-Antikörpern – WB Borreliose-Antikörper IgG (Western-Blot-Test) im Blut zu bestätigen, die für das Bakterium Borrelia burgdorferi charakteristisch sind. Auf die Untersuchungsergebnisse wartet man etwa 10 Werktage.
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